Nepal - Wo Shiva auf Buddha trifft
„Was ich nicht gelernt habe, habe ich mir erwandert!“ Schon als Kind haben mich die Worte Wilhelms von Humboldt fasziniert. So hatte ich mich schon in jungen Jahren auf den Weg gemacht, der Richtung bewusst: Es sollte weit in den Osten gehen. Die Mythen Indiens übten eine genauso große Faszination auf mich aus, wie die Berge des Himalaya. Im Buch des indischen Philosophen Rama Krishna las ich: „Aber mehr als das Lesen ist das Hören. Und mehr als dieses ist das Schauen.“ Ich ergänzte das Schauen durch das Fotografieren, die Kamera wurde mein drittes Auge, der Schlüssel zu meiner Seele.
Gandhi vertrat die Ansicht, dass ein Leben nicht lebenswert sei, wenn ihm Wagnisse und Gefahren erspart blieben. Ich war genau seiner Meinung. Seit nun mehr zwanzig Jahren ist der Himalaya meine zweite Heimat. Die Begegnung mit den Menschen von Nepal, Tibet, Zanskar und Ladakh spiegelt die Essenz meiner Reisen und Reportagen wieder. Das Leben unter nepalischen Sadhus und den Menschen im buddhistischen Sakyapa Königreich Lo Mantang war eines meiner ergreifendsten Erlebnisse - geografisch und ethnologisch verknüpft mit dem Jahrhunderte alten Karawanenweg durch die tiefste Schlucht der Welt, das Kali-Gandaki-Tal im Westen Nepals, dort, wo Shiva auf Buddha trifft.
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