Tibetischer Student, der seinen Freund schützen wollte, getötet, Osttibet von Militär überzogen

Veröffentlicht am 30. Januar 2012 in der Kategorie News

„Ein riesengroßes Aufgebot an chinesischer bewaffneter Polizei und Soldaten haben die Ortschaft Barma und andere Dörfer in der Nähe umstellt und die Tibeter darin eingeschlossen. Sie dürfen den Ort nicht mehr verlassen“, teilte Kanyag Tsering, ein Mönch aus Dharamsala mit guten Kontakten zu seiner Heimatregion Ngaba mit.
Der Tibeter, der am 26. Januar 2012 von den paramilitärischen Soldaten erschossen wurde, ist ein Oberschüler aus der Ortschaft Barma, Bezirk Dzamthang (chin. Rangtang), TAP Ngaba (ehemals Amdo). Der 20jährige Urgyen, der Sohn von Ripung Normo, wurde von einer Kugel getroffen, als er zusammen mit einer Gruppe anderer Tibeter versuchte, seinen Freund und Schulkameraden Tharpa vor der Verhaftung zu schützen.
Um die Mittagszeit am Donnerstag, dem 26. Januar, brachte Tharpa Flugblätter in der Gegend an, auf denen stand, daß die Gründe für die Selbstverbrennungen die Wiedererlangung der Freiheit Tibets und die Rückkehr des Dalai Lama seien.
Solange, wie die Forderungen jener Feueropfer nicht erfüllt werden, würden die Tibeter ihren Kampf fortsetzen und noch mehr Kampagnen organisieren. Tharpa hatte die Flugblätter eigenhändig unterschrieben und mit seinem Foto versehen.
Die chinesischen Behörden könnten ihn ja festnehmen, wenn sie wollten…
Innerhalb von zwei Stunden traf das Sicherheitspersonal am Haus der Familie Ripung Normotsang ein, um ihn festzunehmen. Etliche Tibeter versuchten, die Polizei daran zu hindern, und während der folgenden Konfrontation gab die chinesische Polizei Schüsse auf die unbewaffnete Menge ab, wobei Urgyen tödlich getroffen und viele andere verletzt wurden.
Denselben Quellen zufolge wurden vier Mönche aus dem benachbarten Kloster Lhawang im Zusammenhang mit diesem Vorfall verhaftet. Ob Urgyens Leiche seinen Angehörigen übergeben wurde, ist unklar. Von Tharpa fehlt nun jede Spur.
Dies ist das dritte Mal in einer Woche, daß die chinesische Polizei das Feuer auf Tibeter eröffnete; mindestens acht Personen kamen bei diesen Massakern ums Leben [über die Zahl der Todesopfer differieren die Angaben, was bei der derzeitigen Informationssperre nicht verwunderlich islichen Zwischenfälle ereigneten sich in den Nachbarregionen Drango und Serthar.
Dem Tibetischen Zentrum für Menschenrechte und Demokratie (TCHRD) zufolge veranstalteten um eintausend Tibeter am 23. Januar in der Gemeinde Dzumenda in Dzamthang in der TAP Ngaba einen Kerzenumzug.
„Die Organisatoren des Umzugs wandten sich an die Menge und sagten, daß das Neujahr jenen Märtyrern gewidmet sein sollte, die ihr Leben dahingaben, um gegen die chinesische Regierung zu protestieren. Aus Solidarität mit ihnen sollten die Leute am Neujahrstag den Tod so vieler Märtyrer betrauern und nicht feiern. Die Namen derjenigen, die sich selbst verbrannt hatten, sowie die Umstände, unter denen sie handelten, wurden verlesen“, heißt es in einer Presseerklärung des TCHRD.
Anderen Berichten zufolge holten Tibeter im Bezirk Pema der TAP Golok, Provinz Qinghai, die chinesische Nationalflagge von einem chinesischen Verwaltungsgebäude herunter und verbrannten sie. Dann hißten sie die tibetische Flagge und stellten ein Bild ihres spirituellen Oberhaupts, des Dalai Lama, zur Schau. Chinesische Sicherheitskräfte in großer Zahl waren sofort zur Stelle und schlugen auf die versammelten Tibeter ein. Es gab viele Festnahmen.
„Bald danach trafen 16 Mannschaftswagen verschiedener Größe mit bewaffneter chinesischer Polizei in der Stadt ein und schränkten die Bewegungsfreiheit der Tibeter drastisch ein”. Läden und Restaurants im Bezirk Pema sind nun geschlossen und die ganze Gegend steht unter strenger Überwachung.
Einer anderen Quelle zufolge sei ein Mönch von der chinesischen Polizei festgenommen worden, als er versuchte, sich in Brand zu setzen. Weiterhin seien Tibeter in Tawu, als sie einen Konvoi chinesischer Militärlastwagen heranfahren sahen, auf die Straße gestürzt, um diese zu blockieren und den Konvoi an der Weiterfahrt zu hindern.
Am Montag erschoß das chinesische Sicherheitspersonal mindestens drei Tibeter in Drango, die friedlich demonstriert hatten und die die Rückkehr des Dalai Lama aus dem Exil forderten. Der etwas 40 Lastwagen zählende Militärkonvoi war eine Verstärkung für chinesische Truppen in Drango. Ganz Tawu ist nun von Sicherheitskräften umstellt.
Die gesamte Region steht unter strenger Militärkontrolle, teilte Kalsang, ein Mitglied des tibetischen Exilparlaments mit. „Am schlimmsten ist es in den drei Bezirken Serthar, Kardze und Drango“. „Auch die Bezirke Dartsedo und Lithang befinden sich in militärischer Alarmbereitschaft“.
Bitte unterschreiben Sie die folgende online-Petition, die Frau Merkel noch vor ihrem Abflug nach China am 1. Februar übergeben werden soll:
http://www.flexform.de/trzskdek

Bis zu fünf Tibeter in Serthar getötet – chinesische Sicherheitskräfte feuern den zweiten Tag auf tibetische Demonstranten

Veröffentlicht am 26. Januar 2012 in der Kategorie News

Am Dienstag, nun schon dem zweiten Tag des Blutvergießens, erschossen chinesische Sicherheitskräfte weitere fünf Tibeter in der Stadt Serthar (chin. Seda), TAP Kardze, Provinz Sichuan, und verwundeten vierzig andere, als die Demonstrationen in der unruhigen Präfektur Kardze eskalierten, wie aus Quellen vor Ort verlautet.
Nach Auskunft des Tibetischen Zentrums für Menschenrechte und Demokratie (TCHRD), das von drei Toten spricht, wurden Dawa Dakpa, 33, aus dem Dorf Serwa, und noch ein namentlich nicht genannter Tibeter aus dem Dorf Hoen-Dza-Wo von den Sicherheitskräften totgeschossen. Zehn Tibeter seien schwer verwundet und um die 40 festgenommen worden.
Um etwa 10 Uhr vormittags versammelten sich um die 300 Tibeter und riefen Parolen für die Rückkehr des Dalai Lama und Freiheit für Tibet. Später rückten Sicherheitskräfte in großer Zahl an und schlugen und stießen die Protestierenden. Diese leisteten jedoch Widerstand und fuhren mit den Rufen fort. Daraufhin feuerten die Sicherheitskräfte wie wild in die Menge der unbewaffneten Tibeter.
Inzwischen wurde die öffentliche Mobilität drastisch eingeschränkt. „Die Tibeter sind nun in ihren Häusern eingeschlossen, weil die Polizei auf jeden feuert, der sich auf die Straße hinauswagt“, teilte eine Quelle mit. Und eine andere sagte, „alle Straßenkreuzungen in der Stadt sind von der Polizei besetzt“.
Die tibetische Schriftstellerin Woeser bestätigte, daß bei den Protestaktionen am 24. Januar fünf Tibeter ums Leben kamen. Einen davon nannte sie als einen Mann Mitte Dreißig, namens Bobo. Ganz Serthar steht faktisch unter Kriegsrecht, eine enorme Anzahl von chinesischem Sicherheitspersonal ist eingesetzt, das die ganze Stadt streng bewacht.
„Hotels, Läden und alle öffentlichen Einrichtungen in der Stadt wurden gezwungen zu schließen und die Lage ist außerordentlich angespannt“. Es ist zu befürchten, daß die Zahl der Todesopfer noch steigen wird, weil man die verletzten Tibeter aus Angst vor ihrer Festnahme nicht ins Krankenhaus brachte
Am Montag waren in Serthar Plakate aufgeta weiteren Selbstverbrennungen die Rede war, wobei verhindert werden müsse, daß die verbrannten Körper von der chinesischen Polizei entfernt werden. Flugblätter mit der tibetischen Nationalflagge und Losungen wie „Lange lebe der Dalai Lama“, „Schande über China“ und „Tibet sei der Sieg“ begleiteten die Protestaktion.
Bereits letzte Woche waren Hunderte von Tibetern als Zeichen ihres Widerstands gegen die chinesische Herrschaft in Serthar auf die Straße gegangen und hatten Portraits des Dalai Lama mit sich getragen und die Unabhängigkeit für Tibet gefordert.
Diese Todesschüsse fielen einen Tag, nachdem [RFA zufolge] sechs Tibeter getötet und eine unbekannte Anzahl verletzt worden war, als die Sicherheitskräfte im Bezirk Drango (chin. Luhuo), TAP Kardze, Provinz Sichuan, auf Protestierende feuerten.
Um die 36 Verwundete suchten Zuflucht im Kloster von Drango, das nun von chinesischen Sicherheitskräften umstellt ist. „Zwölf davon sind in einem kritischen Zustand, einige von ihnen haben Gewehrkugeln im Kopf stecken“.
Von Protesten wurde auch in der benachbarten Präfektur Ngaba berichtet, wo mehrere Hundert Mönche und Laien an einer Straßenkreuzung einen Sitzstreik veranstalteten.
„Die Laien entblößten ihre Oberkörper, rezitierten Mantras und aßen Tsampa (geröstetes Gerstenmehl) als Ausdruck ihres Aufbegehrens“. „Dann marschierten sie zu der Hauptortschaft in Meruma und als die chinesische Polizei sie anzuhalten versuchte, liefen sie trotzdem weiter“. „Aus der Rezitation der Mantras wurden schließlich Parolen für ein langes Leben des Dalai Lama und die Forderung nach Freiheit für Tibet“.
Andere Tibeter, die ein besonderes vierzehntägiges Gebetsritual im Kloster Kirti zu besuchen gedachten, wurden ebenfalls von den Sicherheitskräften gestoppt und geschlagen.
Der tibetische Premierminister im Exil Dr. Lobsang Sangay bat heute die internationale Gemeinschaft dringend darum zu intervenieren, um weiteres Blutvergießen in Tibet zu verhindern. „Wie viele weitere tragische Todesfälle muß es denn noch geben, damit die Welt einen deutlichen moralischen Standpunkt bezieht?
Das Schweigen der Weltgemeinschaft ist sozusagen ein Signal an China, daß sein repressiver und gewaltsamer Umgang mit den Spannungen in den tibetischen Gebieten akzeptabel seien. Als eine Nation, die danach strebt, eine wirtschaftliche und politische Weltmacht zu werden, darf die Volksrepublik China doch nicht dermaßen unmoralisch und gewaltsam handeln“, sagte Dr. Sangay.

Opfer der jüngsten Selbstverbrennung stirbt – Verletzte Tibeter vermeiden Krankhäuser aus Angst vor Festnahme

Veröffentlicht am 24. Januar 2012 in der Kategorie News

Allmählich wird mehr über den Tibeter bekannt, der sich am 14. Januar in der belagerten Region Ngaba in Brand setzte, was zu öffentlichen Demonstrationen und Schüssen der Polizei in die Menge führte.
Er wurde als der 22jährige Lobsang Jamyang identifiziert, ein früherer Mönch, aus der Gyatsotsang Familie im Dorf Shewa in der Gegend Andu von Ngaba.
Das Exilkloster Kirti in Dharamsala gab gestern in einer Erklärung bekannt, daß Lobsang Jamyang in einer Vereinigung für die Förderung der tibetischen Sprache eine führende Rolle gespielt habe, was ihm die Verfolgung durch die Behörden einbrachte. Am 14. Januar um etwa 13.30 h Ortszeit begoß sich Lobsang Jamyang in einem öffentlichen Toilettenhäuschen an einer Straßenkreuzung der Stadt Ngaba mit Benzin und zündete sich an. Dann lief er auf die Straße hinaus und rief Parolen für ein langes Leben des Dalai Lama und forderte Freiheit für Tibet.
„Soldaten und Polizei, die dort patrouillierten, schlugen ihn mit nägelgespickten Keulen, statt die Flammen zu löschen, warfen dann ein weißes Tuch über ihn und trampelten auf ihm herum“, heißt es in der Erklärung.
„Die Tibeter an dem Schauplatz, die den Anblick nicht ertragen konnten, erhoben sich gegen das bewaffnete Sicherheitspersonal, ohne an ihr eigenes Leben zu denken. Sie schrien, daß der Körper ihnen überlassen werden sollte, und versuchten den Weg der Sicherheitskräfte, die ihn wegschaffen wollten, zu blockieren.“
Das chinesische Sicherheitspersonal drosch mit gespickten Keulen wie wild auf die Leute ein und feuerte sogar Schüsse auf die Menge ab. Dutzende von Tibetern wurden verletzt und geblendet.
Als Resultat wurde Choki Dawa aus dem Haushalt Gatsang in der Gemeinde Meuruma in kritischer Verfassung ins Krankenhaus eingeliefert, ihre Chancen zu überleben werden als gering beurteilt. Auch zwei Jugendliche trugen ernste Verletzungen davon und eine Frau wurde auf einem Auge geblendet, zwei andere wurden durch die von dem Sicherheitspersonal abgegebenen Schüsse verletzt.
Augenzeugen beschrieben die Szenen als fürchterlich, daß nämlich die Leute „gnadenlos geschldie Zahl und Identität der Festgenommenen gibt es keine Informationen.
Wie Kanyag Tsering, ein Mönch im Exil mit engen Kontakten zu der Gegend, mitteilte, lassen sich die Verletzen aus Furcht vor der Festnahme nicht im Krankenhaus behandeln.
„Die Folgen der Behandlung wären viel schlimmer als die Verletzung selbst, wenn nämlich die Sicherheitskräfte die Patienten unter der Anklage der Teilnahme an den Protestaktionen festnehmen“, fuhr Kanyag fort. „Deshalb vermeiden viele verletzte Tibeter, ein Krankenhaus aufzusuchen.“
Infolge der schrecklichen Schläge erlag Lobsang Jamyang seinen Verletzungen in Barkham, vermutlich am Montag, den 16. Januar. Ob sein Körper seiner Familie ausgehändigt wurde, ist unbekannt.
Die Sicherheitskräfte sind in Alarmbereitschaft, und die Behörden bringen überall Schilder an, um die dort ansässigen Tibeter einzuschüchtern. Dennoch erschienen in der Region Flugblätter mit der Aufforderung an die Tibeter, bei dem bevorstehenden tibetischen Neujahr als Zeichen der öffentlichen Trauer „keine besonderen Speisen“ zu essen und „alte Kleider“ zu tragen.
Seit Tapeys Selbstverbrennung 2009 haben 17 Tibeter, Nonnen, Mönche und Laien, ihren Körper in Brand gesetzt und für die Freiheit in Tibet und die Rückkehr des Dalai Lama aus dem Exil demonstriert. Ngaba ist ein Brennpunkt der feurigen Welle von Selbstverbrennungen mit 11 Personen, die sich im Verlauf von 11 Monaten anzündeten.
Bei Students for Free Tibet gibt es eine Online Aktion an den Parteisekretär von Sichuan Liu Qibao, den Parteisekreätr von Qinghai Qian Wei, den Parteisekrtär der TAR Chen Quanguo, den chinesischen Außenminister Yang Jiechi und den Vizeminister Zhu Weiqun, mit dem Aufruf, die brutale Repression in Tibet zu beenden:
http://www.flexform.de/pmzkbdge
Tibet Society erstellte eine Website mit kurzen Portraits der 16 Tibeter, die sich selbst verbrannten:
http://bit.ly/TSimcs

Tausende nahmen an Sopa Rinpoches Bestattung teil, neue Proteste

Veröffentlicht am 24. Januar 2012 in der Kategorie News

Tausende von Tibetern aus ganz Golog in Osttibet kamen am Sonntag zu der Bestattung von Sopa Rinpoche. Sopa Rinpoche, ein geachteter spiritueller Lehrer Anfang Vierzig, starb auf der Stelle, nachdem er Kerosin getrunken und sich damit übergossen hatte, ehe er sich am 8. Januar in Brand steckte.
Wie die in Peking lebende tibetische Schriftstellerin Woeser mitteilte, trauerten die Tibeter in Golog und den benachbarten Regionen von Qinghai, Gansu und Sichuan tief über den Verlust des Rinpoche.
Woeser schrieb, Tausende von Tibetern hätten an der Bestattungszeremonie Sopa Rinpoches im Bezirk Darlag, TAP Golog, teilgenommen. An anderen Orten in Golog versammelten sich die Tibeter zu friedlichen Demonstrationen.
Voice of America teilte mit, über einhundert Tibeter hätten von 9.30 h bis 17 h aus Protest Bilder seiner Heiligkeit des Dalai Lama und von Gyalwang Karmapa im Kreis Pema der TAP Golog herumgetragen. Sie demonstrierten ihre Solidarität mit allen jenen Landsleuten, die seit den Massenaufständen von 2008 ihr Leben opferten.
Die Demonstranten forderten die Rückkehr des Dalai Lama nach Tibet und Freiheit in Tibet. Weinend und schluchzend trugen sie Transparente, auf denen stand, die Tibeter sollen sich in Solidarität mit jenen, die ihr Leben ließen, erheben. Das chinesische Sicherheitspersonal schritt offenbar nicht ein, aber machte Fotos und nahm Videos von der Demonstration auf.
Auf den Flugblättern, die Sopa Rinpoche vor seiner todbringenden Tat verteilte, erklärte er, sein feuriges Opfer gereiche nicht zu seinem „persönlichen Ruhm“, sondern sei für Tibet und das Glück der Tibeter.
Die Tibeter sollten ihre Entschlossenheit nicht verlieren. Der Tag des Glücks werde ganz gewiß kommen. Damit der Dalai Lama lange lebe, sollten die Tibeter nicht von ihrem Pfad abweichen.
In den vergangenen 11 Monaten haben 16 Tibeter sich selbst angezündet, wobei sie die Rückkehr des Dalai Lama aus dem Exil forderten und gegen Chinas fortgesetzte Besetzung Tibets protestierten.

China sperrt Tibet von Ende Februar bis Ende März für Ausländer

Veröffentlicht am 24. Januar 2012 in der Kategorie News

Im fünften Jahr in Folge wird Tibet für über einen Monat wegen zweier wichtiger Ereignisse, nämlich dem tibetischen Neujahrsfest, das am 23/24. Februar ansteht, und dem Jahrestag des tibetischen Volksaufstandes am 10. März, von der Außenwelt abgeriegelt sein. Vor drei Jahren, am 10. März 2008, lösten Demonstrationen am 10. März den größten landesweiten Aufstand seit Jahrzehnten aus.
AP zitierte am Donnerstag Reiseveranstalter in Lhasa, die dieses Verbot bestätigten. Diese seien von dem staatlichen Tourismusamt in Lhasa in Kenntnis gesetzt worden, daß Tibet vom 20. Februar bis zum 30. März für Ausländer gesperrt sei. Einer anderen Quelle zufolge gilt das Verbot bis zum 20. März.
„Wir haben zwar keine schriftliche Bekanntmachung gesehen, aber es ist dasselbe wie in vorhergehenden Jahren. Über die Gründe wurden wir nicht informiert, aber es ist wahrscheinlich wegen des tibetischen Neujahres“, zitiert AP eine Reiseagentur in Lhasa.
Der Zeitpunkt dieser Sperre ist dieses Jahr von größerer politischer Reichweite, weil die Tibeter in Tibet wie auch im Exil, als Ausdruck des Respekts und der Solidarität mit jenen ihrer Landsleute, die sich in Tibet selbst verbrannten, zu einem Boykott der Neujahrsfeierlichkeiten aufriefen.
Neueste Berichte deuten darauf hin, daß chinesische Regierungsbeamte in Osttibet „die Einheimischen mit Geld und Geschenken umschmeicheln“, damit sie das tibetische Neujahr, das Losar genannt wird, feiern.
Chinesische Touristen sind im allgemeinen von diesem Reiseverbot ausgenommen. Die Tibeter selbst sind jedoch strengen Einschränkungen bezüglich ihrer Bewegungsfreiheit unterworfen, besonders in Lhasa, wo diejenigen ohne Aufenthaltsbefugnis mit Inhaftierung und dem zwangsweisen Rücktransport an ihre Heimatorte rechnen müssen.
Auch letztes Jahr wurde in demselben Zeitraum ein Verbot für ausländische Reisende verhängt, wobei die Regierung die kalte Witterung und die Überbelegung von Hotels als Begründung anführte.
2011 machten die chinesischen Behörden ein weiteres Mal die TAR im Vorfeld zu politisch brisanten Feierlichkeiten im Juli für Ausländer sowie chinesische Intellektuelle und Tibeter aus d dicht.
Die traditionell tibetischen Gebiete außerhalb der TAR, wo sich die meisten Selbstverbrennungen ereigneten, blieben bei einem massiven Aufgebot an Sicherheitskräften monatelang für alle Auswärtigen gesperrt.
Phayul, www.phayul.com
17. Januar 2012

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