Tibetische Klöster zum Aufstellen von Bildern kommunistischer Parteigrößen gezwungen
Veröffentlicht am 2. Februar 2012 in der Kategorie News
Während das chinesische Sicherheitspersonal am 23. Januar in Osttibet auf unbewaffnete tibetische Demonstranten schoß, verteilten Parteikader in Zentraltibet chinesische Flaggen und Bilder der Staatsführer an die tibetische Bevölkerung.
Xinhua berichtete, daß zum chinesischen Neujahr über eine Million chinesischer Flaggen und Wandbilder mit den Portraits von vier Generationen chinesischer Staatsführer an Klöster, Schulen, Büros und Haushalte auf dem Land verteilt worden seien.
Die Ausgabe der Flaggen und Portraits an die Einheimischen hat eine starke politische Konnotation, denn Haushalte und Klöster, die diese Gegenstände nicht zur Schau stellen möchten, laufen Gefahr, den Groll der örtlichen Parteibonzen heraufzubeschwören.
So betonte Padma Choling, der von Peking eingesetzte Vorsitzende der Regionalregierung, das Aufhängen der Portraits sei ein Ausdruck der „von Herzen kommenden Dankbarkeit der Tibeter an die Zentralregierung und die Kommunistische Partei Chinas“.
Bereits letztes Jahr ging die Regierung daran, an die 20.000 chinesische Funktionäre in tibetische Dörfer der Autonomen Region Tibet (TAR) zu entsenden, um das „Denken der Tibeter in die richtigen Bahnen zu lenken“.
Diese Funktionäre werden ein Jahr lang in den tibetischen Dörfern bleiben, um „den Patriotismus und die Liebe zu China“ zu fördern. Dabei händigen sie in allen tibetischen Dörfern chinesische Nationalflaggen und Bilder der Funktionäre in großer Menge aus.
Dieser Schritt, die tibetischen Dörfer mit der im Dezember eingeführten Politik der „Neun Dinge, die man haben muß“ – wozu die Portraits der kommunistischen Führer, die kommunistische Flagge und ein Exemplar des staatlichen Blattes Peoples’s Daily gehören – zu durchdringen, ist eine von vielen neuen politischen Maßnahmen des neuen chinesischen Parteichefs in Tibet, Chen Quanguo.
Auf die feurige Welle von Selbstverbrennungen hin, bei der sich 16 Tibeter seit März 2011 in Brand setzten, könnten allein in einer Woche ein Dutzend Tibeter dem Kugelhagel der chinesischen Polizei in Serthar, Ngaba und Drongo zum Opfer gefallen sein.
www.phayul.com 24. Januar 2012
Tibetischer Gefangener infolge schwerer Folter in gelähmtem Zustand entlassen
Folter und wahllose Schläge chinesischer Gefängniswachen haben einen tibetischen Mönch bewegungsunfähig gemacht, er ist von der Hüfte abwärts gelähmt
Lobsang Khedrup, 39, ein Mönch des Klosters Kirti, wurde letztes Jahr am 6. Mai festgenommen und später zu drei Jahren Haft verurteilt (1). Nachdem die Gefängnisleitung zu dem Schluß kam, daß Lobsang Khedrup kaum Chancen auf Genesung hat, entließ sie ihn vorzeitig.
Lobsang Khedrup wurde zusammen mit Lobsang Gyatso am 15. Juli 2011 zu drei Jahren Haft verurteilt. Fast zwei Monate lang, bis sie dem Gericht vorgeführt wurden, wußte man nichts über den Ort, wo die beiden Mönche festgehalten wurden.
Lobsang Khedrup und Lobsang Gyatso hatten sich zusammen mit vielen anderen der Festnahme ihrer Mitmönche widersetzt und den Sicherheitsbeamten erklärt: „Wenn ihr unsere Kameraden verschleppt, dann müßt ihr uns alle mitnehmen“.
Lobsang Khedrups Zustand wird als ernst geschildert. „Er ist von der Hüfte abwärts gelähmt und kann nur wenig sprechen“, heißt es in einer Erklärung aus Dharamsala. Seitdem er am 22. Januar ins Kloster Kirti zurückgebracht wurde, hätten ihn Dutzende von Tibetern besucht und ihm baldige Genesung gewünscht.
Letzten Monat starb ein ehemaliger politischer Gefangener in Folge der in der Haft erlittenen Folter. Norlha Ashagtsang erlag nur wenige Wochen nach seiner Freilassung aus medizinischen Gründen in Lhasa seinen Verletzungen. Er war am 27. Juni 2009 festgenommen worden, weil er gegen die Festnahme von zwei anderen Tibetern protestiert hatte, die sich einer Bewegung zur Nicht-Kooperation mit der Regierung in Derge angeschlossen hatten.
Wie Free Tibet in London feststellt, ist „es gängige Praxis der Behörden, schwer verletzte Häftlinge oder solche, die dem Tode nahe sind, freizulassen, um die Zahl der Todesfälle im Gefängnis zu reduzieren“.
(1) 21. Mai 2011, „Zwei Mönche des Klosters Kirti zu je drei Jahren Gefängnis verurteilt“, http://www.flexform.de/pqqtbdhe (Kurzlink)
Chinesische Behörden unterwerfen ganz Tibet einer rigiden Militärkontrolle
Veröffentlicht am 2. Februar 2012 in der Kategorie News
Die Behörden in Peking haben auf die Demonstrationen mit tödlichen Folgen in der vergangenen Woche den Sicherheitsapparat in allen tibetischen Gebieten von Lhasa bis zu Amdo und Kham drastisch verstärkt.
Während die Tibeter den Tod der von den Sicherheitskräften erschossenen Demonstranten in den Präfekturen Kardze und Ngaba betrauerten, griffen die Behörden allerorten gegen die Aktivitäten der Tibeter rigoros durch.
„Die Präsenz der Sicherheitskräfte in Serthar (chin. Seda) ist überwältigend.
Die ganze Gegend ist von chinesischer Polizei und bewaffneten Kräften umstellt, und die Tibeter dürfen sich nicht mehr frei bewegen“, verlautet aus einer dortigen Quelle.
„Der Körper eines der in Serthar Erschossenen ist nicht, wie es sonst üblich ist, einem tibetischen Kloster überlassen worden, nicht einmal dem bedeutsamen Buddhistischen Institut von Serthar, statt dessen brachten die Behörden ihn nach Chengdu und verbrannten ihn dort“.
Serthar ist einer der drei Bezirke in der Provinz Sichuan, wo die Tibeter in der vergangenen Woche gegen die chinesische Herrschaft protestierten und wo bis zu sechs Personen getötet und 60 verletzt worden sein könnten. Die anderen Bezirke waren Drango (chin. Luhuo) und Dzamthang (chin. Rantang). Offizielle chinesische Medien berichten von nur zwei tibetischen Todesopfern, die eine Folge des Angriffs der „Randalierer“ seien.
„Die Kommandozentrale in Chengdu verlegte zusätzliche Truppen, die aus dem Militärlagern Deyang und Mianyang kommen, in die Gegend.“ Die Telefonverbindungen in den Protestgebieten sind größtenteils gesperrt worden.
Die Gegend um Dzamthang befindet sich auch im Belagerungszustand. Kalsang, ein Mitglied des tibetischen Parlaments-im-Exil, sagte am Freitag, Serthar, Kardze und Drango seien strengsten Kontrollen unterworfen worden. Die Kommunistische Partei entsandte bereits „Arbeitsgruppen“ in jedes Dorf und jedes Kloster der Präfekturen Kardze und Ngaba.
Auch die Einwohner von Lhasa berichteten, die Lage in der Hauptstadt sei angespannt, mit Sicherheitskräften in der ganzen Stadt, die von Haus zu Haus gehen, und alles durchsuchen. Bezüglich der Bum den Jokhang Tempel verläuft, sagte ein Einwohner: „Es ist dermaßen schrecklich. Ich wage gar nicht mehr, mich wie sonst umzublicken, ich wage nicht, mich frei zu bewegen. Bewaffnetes Personal ist überall, Polizei steht an jeder Ecke“.
Eine Familie beschrieb, wie ihre Häuser völlig grundlos durchsucht wurden. „Die Sicherheitskräfte verlangten die Namen aller Familienmitglieder, und wollten wissen, wo diese sich gerade aufhielten. Sie machten deutlich, daß sie genau wüßten, daß Verwandte der Familie in Ausland lebten und daß die Familie öfters mit diesen telefoniere“. Sie wiesen sie darauf hin, daß sie bei den Telefongesprächen nicht von Politik reden dürften“.
„Die chinesischen Behörden greifen zur Einschüchterung und Überwachung gewöhnlicher Tibeter, damit sie in ständiger Furcht leben und nichts preisgeben“, kommtentierte Stephanie Brigden, von Free Tibet.
Penpa Tsering, der Sprecher des Exilparlaments, sagte am Sonntag. „Wir rufen die Regierungen in der ganzen Welt auf, nicht nur ihre Sorge auszudrücken, sondern zu intervenieren, um die derzeitige gefährliche Lage in Tibet zu deeskalieren und eine dauerhafte Lösung für die Tibetfrage auf dem Wege von Verhandlungen herbeizuführen“.
Wir schicken ebenfalls einen offenen Brief über die kritische Situation in Tibet an den chinesischen Präsidenten Hu Jintao, und bitten ihn, sich um eine dauerhafte Lösung für die Tibet-Frage zu bemühen.
Die die tibetische Regierung-im-Exil, oder die Zentraltibetische Verwaltung, rief für den 8. Februar zu „globalen Solidaritäts-Mahnwachen“ auf, um die gegenwärtige Krise ins Bewußtsein der Allgemeinheit zu rücken.
International Tibet Network gab eine Online-Aktion an einige Weltpolitiker
heraus: “URGE WORLD LEADERS TO STAND UP FOR TIBET”, man kann die Botschaft individuelle schicken an Barack Obama, David Cameron, Nicolas Sarcozy, Angela Merkel, Julia Gillard, Stephen Harper, Catherine Ashton, Yoshihiko Nodo, Manmohan Singh, Bronislaw Komorowski, Felipe Calderon und Mitglieder des EP.
http://standupfortibet.org/global-action/worldleaders/
Hoch geachteter Mönch aus Amdo erliegt der Folter
Veröffentlicht am 30. Januar 2012 in der Kategorie News
Als die Behörden ihn nach 6 Monaten Gefängnis zu seiner Familie entließen, war er bereits in einem sehr schwachen Zustand.
Am Sonntag starb ein verehrter tibetisch-buddhistischer Mönch, der sich für die Rechte der Tibeter eingesetzt hatte, an den Folgen der schweren Folterungen, die er in der Haft erlitten hatte.
Wie die tibetische Schriftstellerin Woeser mitteilte, erlag Geshe Tsultrim Gyatso, 51, den Verletzungen, die er seit seiner Festnahme in der TAP Tsolho (Hainan) im Juli 2011 erlitten hatte (1). Unter Berufung auf Quellen vor Ort fügte sie hinzu, Tsultrim Gyatso sei nicht mehr für Arbeit einsatzfähig und sehr gebrechlich gewesen, als die Behörden ihn vor wenigen Tagen seinen Angehörigen übergaben.
„Ende Dezember brachte man ihn wegen der ihm im Gefängnis beigebrachten Verletzungen in ein Krankenhaus, aber dann überließ das Krankenhaus ihn seinen Angehörigen, weil er in einem hoffnungslosen Zustand war. Er verschied ganz plötzlich am 22. Januar zu Hause“ (2).
Die chinesische Polizei in Qinghai teilte RFA auf eine Anfrage mit, der Fall Gyatso sei ihnen unbekannt und sie seien nicht schuld an seinem Tod: „Wir sind niemals verantwortlich für den Tod eines Häftlings, der außerhalb der Haftanstalt erfolgt. Wir handhabten schon viele Fälle von Inhaftierung und Freilassung, aber von diesem hier wissen wir nichts“.
Die chinesische Polizei hatte Gyatso im Juli letzten Jahres in der Provinz Haidong der Provinz Qinghai ins Gefängnis geworfen, nachdem er im Juli an einer Schule im Bezirk Trika einen Vortrag gehalten hatte.
Woeser zufolge wurde Gyatso 2006 auf die Liste der „Verdächtigen“ gesetzt, nachdem er 2006 die vom Dalai Lama geleitete Kalachakra Zeremonie in Indien besucht hatte. Er hat auch Reden gehalten und sich im März 2008 an einer friedlichen Demonstration beteiligt. 60 Mönche forderten damals Freiheit für Tibet und stellten Portraits des Dalai Lama zur Schau.
Tsultrim Gyatso spielte auch eine führende Rolle bei der Erhaltung und Förderung der tibetischen Sprache und Kultur.
(1) 25. Oktober 2011, „Langjähriger Verwalter und Geshe des Klosters Ditsa in Amdo festgenommen“, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2011/GesheTsultrimGyatso_Choegon.html
(2) Der tibetischsprachigen Website „TibetTimes“ (http://tibettimes.net/news.php?showfooter=1&id=5436) zufolge färbte sich Geshe Tsultrim Gyatsos toter Körper ganz schwarz, was den Verdacht erweckt, daß er vergiftet wurde.
Massiver Einsatz von Sicherheitskräften in den tibetischen Gebieten von Sichuan
Veröffentlicht am 30. Januar 2012 in der Kategorie News
Ein Nutzer von Sina Weibo stellte ein Foto Online, das Fahrzeuge der bewaffneten Polizei zeigt, die sich entlang der Chengdu-Ya’an Fernstraße bewegen.
Die chinesischen Behörden in den tibetischen Gebieten entsenden zusätzliche Sicherheitskräfte und verschärfen die Restriktionen, nachdem bei den blutigen Protesten mehrere Tibeter erschossen wurden. Webnutzer stellten Fotos Online mit Armeelastwagen, die sich in Richtung der tibetischen Gebiete der Provinz Sichuan bewegen.
Bei dem ersten Vorfall im Bezirk Drango am Montag könnten bis zu 6 Tibeter getötet und über 30 verletzt worden sein, als die Sicherheitskräfte auf die Demonstranten schossen. Chinesische Behörden sprechen von nur einem Tibeter, der ums Leben gekommen sei.
Und bei dem zweiten Zwischenfall im Bezirk Serthar am Dienstag wurden dortigen Quellen zufolge bis zu fünf Tibeter erschossen und 40 weitere verletzt. Peking sprach von nur einem getöteten Tibeter.
Ein Netzbürger schrieb auf der populären Sina Weibo Seite: „Als ich heute meinen Dienst tat, sah ich eine große Zahl voll ausgerüsteter paramilitärischer Fahrzeuge jeder Sorte, die sich auf der Straße von Chengdu nach Ya’an bewegten“. „Es scheint, in Tibet ist etwas passiert“.
Die Fernstraße von Chengdu nach Ya’an verläuft durch die Präfektur Kardze, in der Drango und Serthar liegen. Ein anderer Netzbürger fragt, warum es keine Nachrichten über Proteste in Drango gäbe. „Warum haben sie sich im Bezirk Drango erhoben? Was sind ihre Forderungen? Man liest überhaupt nichts darüber“.
Zu dem Aufbegehren in Drango kam es am 23. Januar, als die chinesischen Behörden die Tibeter zwingen wollten, das Neujahrsfest zu begehen – gegen ihren Willen, denn sie trauerten um die vielen Toten bei den bisherigen Protesten.
Anfänglich riefen ein paar hundert Tibeter Parolen für Freiheit in Tibet und die Rückkehr des Dalai Lama. „Als die Protestierenden vor der chinesischen Polizeistation ankamen, eröffnete die Polizei das Feuer“, teilte Yeshe Sangpo, ein tibetischer Mönch in Indien unter Berufung auf Quellen in der Region mit.
Offizielle chinesische Medien bezichtigten den „Mob“ für die Unruhen, der mit Messern und Steinen bewaffnet die Polizei habe. Quellen aus Chengdu zufolge hätten Verwaltungsbeamte ihren Neujahrsurlaub abgebrochen, nachdem sich die Nachricht über die Unruhen verbreitete. „Aber dann wurde alles wieder aus dem Internet gelöscht“, teilte eine Quelle namens Li aus Chengdu mit.
„Gegenwärtig gibt es um die 2.000 bewaffnete Polizisten auf den Straßen in einem Radius von einem km um das Kloster von Serthar. Keiner wagt hinauszugehen oder die Stadt zu verlassen“, fügte er hinzu. Er habe auch gehört, daß bei Zusammenstößen zwischen der bewaffneten Polizei und den Tibetern fünf Personen ums Leben gekommen seien.
„Viele Abteilungen müssen ihren Urlaub vorzeitig abbrechen und zur Arbeit zurückkehren“, sagte Li. Auch in der tibetischen Hauptstadt Lhasa seien die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt worden. „Eine Menge Polizisten sind dort, sie kontrollieren die Tibeter auf den Straßen und an den Kreuzungen“….
Statement von Kalon Tripa Dr Lobsang Sangay wegen der Tötung von Tibetern durch die VR China
Veröffentlicht am 30. Januar 2012 in der Kategorie News
Während die Chinesen am 23. und 24. Januar 2012 überall die ersten Tage des Jahres des Drachens feierlich begingen, schoss die chinesische Polizei wahllos auf Hunderte von Tibetern, die sich in Drango, Serthar, Ngaba, Gyarong und anderen benachbarten Gegenden friedlich versammelt hatten, um ihre Grundrechte geltend zu machen. Wie verlautet, wurden dabei sechs Tibeter getötet und um die 60 verletzt, manche von ihnen so schwer, dass man um ihr Überleben fürchten muss.
Wegen solch grauenhafter Gewaltakte wie diesen letzteren und der systematischen Unterdrückung des tibetischen Volkes, haben dessen Groll und Verbitterung über die chinesische Regierung seit der massiven Erhebung von 2008 nur noch zugenommen.
Immer schon seit der Invasion Tibets beansprucht die chinesische Regierung, ein sozialistisches Paradies in Tibet schaffen zu wollen. Den Tibetern werden jedoch ihre grundlegenden Menschenrechte verweigert, die empfindliche Umwelt wird zerstört, die tibetische Sprache und Kultur werden assimiliert, Bilder Seiner Heiligkeit des Dalai Lama sind verboten, und das tibetische Volk wird wirtschaftlich marginalisiert.
Tibet ist nun völlig von der Außenwelt abgeriegelt. Ausländer dürfen nicht mehr nach Tibet einreisen, die gesamte Region steht de facto unter Kriegsrecht.
Deshalb bitte ich die chinesische Führung dringend, den Klagen der demonstrierenden Tibeter und derjenigen, die sich selbst verbrannten, Beachtung zu schenken. Mit Gewalt und dem Abschlachten von Demonstranten werden Sie die berechtigten Klagen der Tibeter nicht abstellen und die Stabilität in Tibet nicht wieder herstellen können. Der einzige Weg, um die Tibetfrage zu lösen und einen dauerhaften Frieden zu schaffen, besteht darin die Rechte des tibetischen Volkes zu achten, sowie den Dialog aufzunehmen. Für jemanden, der sich dem Prinzip des ausgleichenden Dialogs tief verpflichtet fühlt, ist dieser Einsatz von Gewalt gegen die Tibeter sowieso unerträglich. Er sollte von allen Menschen in China und in der ganzen Welt auf das Schärfste verurteilt werden.
Ich rufe die internationale Gemeinschaft auf, sich mitlk solidarisch zu erklären und in diesen kritischen Zeiten ihre Stimme zum Schutz seiner Grundrechte zu erheben. Ich ersuche darum, dass die internationale Gemeinschaft und die Vereinten Nationen einen Ermittlungsausschuß nach Tibet entsenden, und dass den globalen Medien Zugang zu der Region gewährt wird. Die Führung in Peking sollte sich darüber im Klaren sein, dass sie in einem ungeheuerlichen Verstoß gegen das Völkerrecht und in Missachtung ihrer eigenen Gesetze ihre eigenen „Familienmitglieder“ tötet, und dass eine solche Handlungsweise Chinas moralische Legitimität und sein Ansehen auf der Weltbühne nur noch mehr in Frage stellen wird.
Ich möchte hiermit auch meinen geliebten Brüdern und Schwestern in Tibet beteuern, dass wir ihren Hilfeschrei laut und deutlich vernehmen. Wir bitten Euch, verzweifelt nicht und nehmt Abstand von allen extremen Schritten. Wir fühlen Euren Schmerz mit Euch und wir werden nicht gestatten, dass die Opfer, die Ihr gebracht habt, umsonst waren. Ihr seid alle in unseren Herzen und Gebeten – einen jeden Tag und ohne Unterlass.
Ich ersuche ferner meine tibetischen Landsleute, das Losar (Tibetisches Neujahr), das dieses Jahr auf den 22. Februar fällt, nicht zu feiern. Führt jedoch die gewohnheitsmäßigen religiösen Rituale aus wie zum Tempel zu gehen, Räucherwerk zu verbrennen und die traditionellen Gaben darzubringen.
Um unsere Solidarität mit den Tibetern in Tibet zu bezeigen, bitte ich die Tibeter und unsere Freunde in der ganzen Welt, am Mittwoch, den 8. Februar, weltweite Mahnwachen abzuhalten. Lasst uns eine laute und vernehmbare Botschaft an die chinesische Regierung richten, die Botschaft, dass Gewalt und das Töten unschuldiger Tibeter nicht akzeptabel sind. Ich bitte alle darum, diese Mahnwachen in Frieden und Würde und im Einklang mit den Gesetzen des jeweiligen Landes durchzuführen.








