Tibet
Fläche 1.228.400 km 2
Einwohner 2.520.000
Hauptstadt Lhasa
Staatsform Autonome Republik der VR China
Religionen Tibetischer Buddhismus
Sprachen Tibetisch, Chinesisch (offizielle Sprache)
Geografie und Landeskunde:
Mit Chinas Proklamierung der Autonomen Republik Tibet im Jahr 1965 wurden ehemalige Gebiete des historischen Territoriums chinesischen Provinzen eingegliedert. Die heutige Ausdehnung nimmt weniger als die Hälfte seiner ursprünglichen Fläche ein. Zwischen dem Kunlun Gebirge im Norden, dem Himalaya im Westen und Süden ist das an Indien, Nepal, Myanmar und Bhutan grenzende Gebiet mit einer durchschnittlichen Höhe von 4.500 m das größte Hochland der Erde. Eine Klimascheide bildet der Transhimalaya, der die trockenen Steppen des Nordens mit Temperaturschwankungen zwischen minus 40 Grad im Winter bis zu 35 Grad im Sommer von den klimabegünstigteren Tälern im Süden trennt. Auf Grund der Höhenlagen und des extremen Klimas ist Tibets Vegetation im Gegensatz zu seiner reichen Tierwelt unterschiedlichster Spezies eher karg.
Geschichte und Politik:
Das historische Zeitalter Tibets beginnt im 7. Jh. mit der Vereinigung tibetischer Stämme durch Songtsen Gampo, der den Buddhismus zur Staatsreligion erklärte. Seit Mitte des 9. Jhs. destabilisierten Religionskriege zwischen Anhängern des animistischen Bön-Glaubens und des Buddhismus das Land. Die Folge war eine Aufsplitterung in mehrere kleine Fürstentümer und erst im 10. Jh. haben buddhistische Klöster wieder an Einfluss Klöster wieder an Einfluss gewonnen. Tsongkhapa, der große Reformer buddhistischer Mönchsdisziplin und Gründer der Gelugpa-Schule, hat im 14. Jh. die Basis für das spätere, theokratische Staatsgebilde geschaffen, deren Oberhaupt seit Mitte des 16. Jhs. den Titel Dalai Lama trägt. Die Hilfe Chinas gegen den Einfall der Dsungaren Ostturkestans im Jahr 1717 hat bis heute Tragweite. In der Folgezeit betrachteten die Chinesen Tibet als Protektorat und duldeten keinerlei Widerstand. Nur um 1911, während der chinesischen Revolution, gelang es Tibet, den großen Nachbarn für kurze Zeit zu vertreiben. China hat Tibets Unabhängigkeit niemals anerkannt. Dabei stützt die chinesische Regierung ihre Argumente auf die Geschichte, die ihrer Ansicht nach diesen Standpunkt legitimiert. 1950 marschierte die chinesische Volksbefreiungsarmee in Tibet ein und besetzte 1951 nach der Unterzeichnung des »17-Punkte-Abkommens« die Hauptstadt Lhasa. Dabei wurde Tibet der Status innerer Autonomie formal zugesichert. Acht Jahre später flüchtete der 14. Dalai Lama gefolgt von 80.000 Tibetern nach Indien ins Exil.
Bevölkerung und Kultur:
Der Alltag der Tibeter ist von tiefer Religiosität geprägt und untrennbar mit ihr verbunden. Seit der Okkupation durch China unterliegen tibetische Traditionen allerdings strengen Restriktionen. Die Kultur wird nach und nach ausgehöhlt. Durch eine gezielte Siedlungspolitik steigt der chinesische Bevölkerungsanteil, der die aktive Rolle als Entscheidungsträger übernommen hat; Tibeter sind zu einer Minderheit im eigenen Land geworden. Chinas Politik der »Befreiung und Modernisierung« bedeutet nicht nur den Bau von Straßen, Schulen oder Kliniken, sondern auch die Zerstörung der tibetischen Kultur, die Unterdrückung und schrittweise Vernichtung des tibetischen Volkes sowie die Ausbeutung der Umwelt. Dass im Osten des historischen Tibets in den Regionen Kham und Amdo in den vergangenen 30 Jahren rund 60% der Waldbestände gerodet wurden oder das Land als Deponie für Atommüll und andere Chemieabfälle genutzt wird, sind nur zwei von 11.10.2004 vielen folgenschweren Maßnahmen.
Wirtschaft und Industrie:
Die Naturressourcen Tibets wie Zink, Blei, Kupfer, Eisen und andere Rohstoffe werden bislang nur in geringem Maß abgebaut. Energierohstoffe gibt es nicht. Wichtigster Erwerbszweig ist die Landwirtschaft. Neben Hanf, Sojabohnen und Baumwolle gedeihen auf den begrenzten Anbauflächen Kartoffeln, Gemüse-, Obst- und Getreidesorten. Zur Viehwirtschaft geeignete, an die Höhenlagen gut angepasste Tiere sind Yaks, Schafe und Ziegen. Die Industrie beschränkt sich bislang auf kleine Produktionsbetriebe für Textilien, Holz- und Metallerzeugnisse.
Weiterführende Links:
www.tibet-initiative.de
www.tibetfreunde.ch
www.tibetfocus.com








