Nepal

Fläche 140.800 km 2
Einwohner 25.873.917 (Juli 2002)
Hauptstadt Kathmandu
Staatsform Konstitutionelle Monarchie mit Mehrparteiensystem
Religionen Hinduismus, Buddhismus, Islam
Sprachen Nepali, 12 weitere Sprachen und etwa 30 Dialekte

Geografie und Landeskunde:
Bei Höhen zwischen 70 m bis 8.850 m (Mt. Everest) lässt sich die Landschaft Nepals in drei Hauptregionen unterteilen: das Tiefland mit 20%, die mittleren Lagen mit 15% und die Hochgebirgszone mit 65% der Gesamtfläche Nepals. Monsun und Höhenlage bestimmen die klimatischen Verhältnisse der einzelnen Gebiete. Tropische Hitze, gemäßigte Zonen und arktische Kälte bedingen eine dementsprechend abwechslungsreiche, an die jeweiligen Landschaftsgürtel angepasste Tier- und Pflanzenwelt. Ob Krokodil oder Schneeleopard, ob Bambusdickicht oder Edelweiß, in Nepal sind sie heimisch.

Geschichte und Politik:
Das in drei Königreiche geteilte Territorium Nepals wurde 1768 von einem Gurkha-Herrscher geeint. Auseinandersetzungen mit den Briten führten 1816 zur Einrichtung einer britischen Vertretung in Kathmandu. Zunächst nach außen hin gefestigt, destabilisierten innenpolitische Fehden das Land. Ein Emporkömmling sah seine Stunde gekommen und ließ sich vom König zum Premierminister mit weitreichenden Rechten ernennen. Der König selbst war damit de facto zur Marionette degradiert. Die Machtverhältnisse verschoben sich erst wieder 1951 mit der Restaurierung der Monarchie durch König Tribhuvan. Die ersten parlamentarischen Wahlen 1959 wurden von Tribhuvans Nachfolger König Mahendra allerdings untergraben. Demokratische Strukturen ersetzte er durch ein parteiloses System, das ihm jegliche Autorität sicherte. 1972 übernahm der liberal denkende Politiker König Birendra die Regierungsgeschäfte. Gestützt auf eine neue Verfassung etablierte er 1991 eine konstitutionelle Monarchie. Die Auswirkungen der seit Jahren andauernden Guerillabewegung der Maoisten, die Forderungen der »Bewegung hohen Saser Kangri. Entlang der Wasserläufe, zur Wiedereinrichtung der Demokratie« und schließlich die Ermordung König Birendras 2001, rauben Nepal gegenwärtig die innenpolitische Stabilität.

Bevölkerung und Kultur:
Nepal ist ein Schmelztiegel verschiedenster Ethnien indoarischen und tibeto-burmanischen Ursprungs. Die Newar, bekannt für ihre kunsthandwerkliche Holzschnitzerei, haben die Kultur im Kathmandu-Tal besonders geprägt. Wie der überwiegende Teil der Bevölkerung sind auch sie Anhänger des Hinduismus. Die ursprünglich aus Tibet eingewanderten Sherpas dagegen haben ihre vom tibetischen Buddhismus bestimmte Kultur unverfälscht erhalten. In abgelegenen Regionen Nepals, wie etwa im Siedlungsgebiet der Tamang, lebt der Bön-Glaube weiter.

Wirtschaft und Industrie:
Nepal zählt gemessen am Bruttosozialprodukt zu den ärmsten Ländern der Erde. Seit 2001 hat sich die schlechte Wirtschaftslage auf Grund innenpolitischer Spannungen verschärft und die Zukunftsprognosen sind düster. Der wichtigste wirtschaftliche Sektor ist das Agrarwesen, wobei nur 20% des Landes als Ackerland genutzt werden können. Aus landwirtschaftlichen Produkten wie Jute, Zuckerrohr, Tabak oder Getreide hat sich eine industrielle Weiterverarbeitung entwickelt, die aber derzeit, bis auf wenige Ausnahmen, wieder an Bedeutung verliert. Nepals Bemühungen, mehr ausländische Investoren zu gewinnen, scheitert oft genug am Misstrauen gegenüber einem politisch und wirtschaftlich instabilen Land. Davon betroffen ist auch die Tourismusbranche, der wichtigste Devisenbringer der vergangenen Jahre. Im Zusammenhang mit den Nachwirkungen der Terroranschläge auf die USA 2001 liefern Statistiken und Bilanzen unerfreuliche Zahlen.

Tipp: Shiva Shresta begleitet Dieter Glogowski seit 15 Jahren als zuverlässiger Guide und mittlerweile auch als Freund bei dessen Himalaya-Touren. Von Kathmandu aus organisiert und führt Shiva Gruppen von zwei bis vier Personen.

Weiterführende Links:
www.nepal.de